Kos

Kos
Kos,
 
türkisch İstanköy [is'tankœi̯],
 
 1) Insel des Dodekanes, Griechenland, vor der Küste Kleinasiens, 290 km2, 26 400 Einwohner. Den aus Kreidekalken aufgebauten Inselkern bildet ein Gebirge (bis 846 m über dem Meeresspiegel), dem im Norden eine fruchtbare Ebene (mit Reb-, Feigen-, Ölbaum-, Zitruskulturen, Gemüse- und Getreideanbau) vorgelagert ist; im Osten aus vulkanischem Gestein; Perlitabbau; bedeutender Fremdenverkehr. - Kos, seit prähistorischer Zeit besiedelt, war die Heimat des griechischen Arztes Hippokrates und wurde im Altertum berühmt durch sein Asklepieion nahe der Hauptstadt (Kos 2). 1315 gelangte die Insel in den Besitz des Johanniterordens (1436 Bau einer Festung); 1523-1912 gehörte sie zum Osmanischen Reich, 1912-47 als Coo zum italienischen Dodekanes.
 
 2) Hauptort von 1), an der Nordostküste der Insel, 14 700 Einwohner; archäologisches Museum; Hafen und Flugplatz.
 
 
Das antike Kos wurde 366 v. Chr. als neue Hauptstadt der Insel erbaut. Berühmt wurde Kos durch das etwa 4 km entfernte Asklepiosheiligtum mit eisen- und schwefelhaltigen Heilquellen (seit dem 4. Jahrhundert v. Chr.). Die Anlage besteht aus drei, durch breite Freitreppen miteinander verbundenen Terrassen. Auf der oberen Terrasse stand ein dorischer Peripteraltempel (Peripteros) des 2. Jahrhunderts v. Chr., umgeben von großen dorischen Portiken; auf der mittleren Terrasse befanden sich u. a. ein kleiner ionischer Antentempel (Ante) des 4. Jahrhunderts v. Chr. (einst mit dem Gemälde des Apelles) sowie ein korinthischer Peripteraltempel (2. Jahrhundert n. Chr.); auf der unteren Terrasse lagen die Heilstätten. Die Ärzteschule von Kos wird auf Hippokrates zurückgeführt, der im 5. Jahrhundert v. Chr. auf Kos geboren wurde. Von der antiken Stadt sind das v. a. im 3. und 2. Jahrhundert erbaute Hafenviertel mit Handelsmarkt (»Agora«), Stoa, Hafenheiligtum mit zwei Tempeln (für Aphrodite ?) und Heraklestempel freigelegt worden; es lag ursprünglich vor der ältesten Stadtmauer, die im 3. Jahrhundert v. Chr. für eine Staatsagora durchbrochen wurde. Ein weiter westlich gelegener Ausgrabungsbezirk umfasst Gymnasion (2. Jahrhundert v. Chr.) und aus dem frühen 3. Jahrhundert n. Chr. Thermen, Pflasterstraße und Forica (Latrinenbau). Römisch sind auch das Odeon (1. Jahrhundert n. Chr.) und ein Wohnviertel (mit Mosaikfunden). Nach Erdbeben wurden im 5. und 6. Jahrhundert in den Ruinen verschiedene frühchristliche Kirchen errichtet (Reste freigelegt); die Friedhofskirche Hagios Ioannis war ursprünglich ein Baptisterium (6. Jahrhundert). - Die Stadt wurde im Mittelalter vom Johanniterkastell beherrscht (15. Jahrhundert, Außenwerke 16. Jahrhundert). Auf einer durch die mittelalterliche Stadtmauer (14. Jahrhundert, geringe Reste) entstandenen Terrasse wurde im 18. Jahrhundert eine Moschee errichtet (Brunnenhaus 19. Jh).

Universal-Lexikon. 2012.

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